Luigi gesteht seine Liebe

Montags sprach Luigi mit Donna Anna gewöhnlich als erstes ausführlich über die Sonntagsgespräche mit seinem Bruder. Doch dieses Mal stand der Gottesdienst zwischen ihnen. Es war ein besonders heißer Tag. Heißer als gewöhnlich im fünften Monat des Jahres. Anders als sonst hatte Luigi vor der Kirche auf sie gewartet. Nichts auf der Welt konnte ihn in diesem Moment bewegen sie nach dem Gottesdienst mit Donna Anna zu betreten. Dass dieses Treffen ganz anders enden würde wie die vorangegangenen schien auch Donna Anna zu spüren. Wortlos folgte sie Luigi, der mit ihr zur naheliegenden Kirche Quattro Coronati ging.

Nach einigen Momenten der stillen Andacht dort in der Kapelle des heiligen Silvester, hatten sie sich im kühlen Schatten des Kreuzgangs niedergelassen. Jedes Mal wenn er versuchte das Wort zu ergreifen, schreckte der traurige und doch erwartungsvolle Blick von Donna Anna ihn wieder davon ab. Schließlich ließen sich die drängenden Gedanken nicht mehr zurückhalten.



„Geraume Zeit schon gehen wir gemeinsam durch diese Stadt. Eine Zeit die meine Welt verändert hat. Ich denke, ihr wisst das?“

Entgegen seiner üblichen Art, schaute Luigi Donna Anna nun direkt in die Augen. Wenngleich er keinerlei Erfahrung im Umgang mit der Liebe hatte, wusste er seit dem Gottesdienst, dass er diese Frau liebte. Mit aller ihm möglichen Kraft und Hingabe.

Aktuelles

Buchpräsentation "Ein Meer aus Zeit", am 11.1.2016, im Kunstverein Bad Godesberg
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jürgen Laue